Glossar

Blindleistung: Die Blindleistung ist neben der Wirkleistung ein Teil der elektrischen Scheinleistung (Gesamtleistung). Sie wird zum Aufbau von magnetischen oder elektrischen Feldern benötigt, kann aber nicht als Energie genutzt werden (d.h. sie verrichtet keine Arbeit). Die Bereitstellung von Blindleistung durch Kraftwerke ist wichtig für eine stabile Spannung im Netz (siehe Spannungshaltung).

Frequenzhaltung: Um die Netzfrequenz von 50 Hertz stabil zu halten, nutzen die Übertragungsnetzbetreiber Regelleistung. Sinkt die Frequenz ab, wird zu wenige Energie erzeugt. Dann wird positive Regelleistung bereitgestellt, indem z.B. Kraftwerke ihre Leistung erhöhen. Steigt die Frequenz an, wird zu viel Energie produziert und es wird negative Regelleistung notwendig, z.B. indem Kraftwerke ihre Leistung reduzieren.

Regelleistung: Regelleistung wird benötigt, um die Frequenz im Stromnetz bei 50Hertz zu halten. Dafür werden vom Netzbetreiber Kraftwerkskapazitäten vorgehalten, die innerhalb kürzester Zeit ihre Leistung erhöhen oder absenken können. Klassischerweise eignen sich dazu vor allem Gaskraftwerke oder  Pump-speicherkraftwerke, bis zu einem gewissen Grad auch Kohle- und Atomkraftwerke. Auch Erneuerbare Energien wie Biogas-, Windkraft- und Photovoltaikanlagen besitzen die technischen Voraussetzungen, um Regelleistung bereitstellen zu können. Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen erlauben den Erneuerbaren Energien allerdings noch keine wirtschaftliche Teilnahme am Regelenergiemarkt.

Spannungshaltung: Die Spannung muss in einem vorgeschriebenen Band bleiben, damit ein stabiler Netzbetrieb möglich ist und an das Netz angeschlossene Geräte keinen Schaden nehmen. Spannungsschwankungen können mit der Bereitstellung von Blindleistung ausgeglichen werden.

Systemdienstleistungen: Für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb stellen die Netzbetreiber dem Kunden sogenannten Systemdienstleistungen bereit. Die wichtigsten Systemdienstleistungen sind die Frequenzhaltung, die Spannungshaltung und der Versorgungswiederaufbau. Zur Bereitstellung dieser Systemdienstleistungen nutzen die Netzbetreiber heute hauptsächlich konventionelle Kraftwerke oder Pumpspeicher. Schon heute erfüllen Wind-, Solar- und Biogasanlagen zahlreiche technische Voraussetzungen um Systemdienstleistungen bereit zu stellen. Für neue Windenergieanlagen ist zudem die  Systemdienstleistungsbereitstellung  seit  dem neu gefassten Erneuerbare-Energien-Gesetz (2009) verpflichtend. Sie müssen beispielsweise in der Lage sein, ihre Wirkleistung innerhalb von einer Minute zu reduzieren oder jederzeit einen Beitrag zur stabilen Spannung im Netz zu leisten. Die Systemdienstleistungsverordnung regelt die Anforderungen im Detail und auch den für eine Übergangszeit gewährten Systemdienstleistungsbonus (Bundesverband Windenergie e.V.: www.wind-energie.de).